Chianti Classico

Das DOCG-Gebiet* des Chianti Classico erstreckt sich über 70 000 Hektar, von denen etwa 7000 Hektar mit Reben bepflanzt sind. Es besteht aus zahlreichen hügeligen Kleinbereichen, die trotz der Gemeinsamkeiten der Weine des Chianti Classico eine große Vielfalt an unterschiedlichen Weinen bzw. Weinstrukturen ermöglichen. Traditionsgemäss ist ein Chianti nicht sortenrein. Das "Rezept" geht auf Baron Bettino Ricasoli zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Bis vor kurzem war der vorgeschriebene Anteil an Sangiovese-Trauben 75-90 %, mittlerweile sind beim Chianti Classico auch 100 % Sangiovese erlaubt. Der Anteil an Canaiolo-Trauben beträgt zwischen 5 und 10 %, der Anteil an weissen Malvasia und Trebbiano darf 10% nicht übersteigen. Es gelten strenge Ertragsgrenzen, der Hektarhöchstertrag ist auf 52,5 Hektoliter festgeschrieben, ein Rebstock darf maximal 3kg Trauben tragen. Über die Einhaltung der Vorschriften wacht das Konsortium "Gallo Nero" (dt. Schwarzer Hahn).

Für die Qualitätsstufe Riserva muß ein Chianti Classico mindestes 2 Jahre im Fass und 3 Monate auf der Flasche reifen. Die meisten Weinproduzenten verzichten in nicht so guten Jahren auf die Produktion einer Riserva.

* DOCG-Gebiet: Weine aus diesem Gebiet, die die spezifischen Bestimmungen dieses Gebietes anerkennen und erfüllen, können sich als Weine mit "kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung" (ital.: Denominazione di Origine Controllata e Garantita) bezeichnen.

Jahrgänge und Haltbarkeit

Die Lagerfähigkeit der Chianti Classicos hängt nicht zuletzt vom Jahrgang ab. Als Faustregel kann trotz der Unterschiedlichkeit der Weine, Weinbau- und Kellereitechniken gelten: je besser der Jahrgang, desto lagerfähiger. Chianti Classico ist meist nach 2-5 Jahren reif, die Riserve brauchen zwischen 4 und 8 Jahre. Bei guten Jahrgängen können sich die Riserve weit über ein Jahrzehnt halten.

Sehr gute Jahrgänge im Gebiet des Chianti Classico waren in den 90ern:

1990: Z.Zt. höchster Trinkgenuss.

1995: Trinkreif, v.a. die Riserve und die "Supertoskaner" können noch besser werden.

1997: Bereits trinkreif, aber sowohl die "normalen" Chianti Classico als auch die Riserve und "Supertoskaner" können noch besser werden.

Gute Jahrgänge:

1993: Z.Zt. höchster Trinkgenuss, die Weine sollten langsam verbraucht/ausgetrunken werden.

1996: Trinkreif, v.a. die Riserve und die "Supertoskaner" können noch besser werden.

1998: Die Chianti Classico sind am Anfang der Trinkreife, sie haben noch ein grosses Entwicklungspotential.

1999: Erste Bewertungen des Jahrgangs stimmen ganz optimistisch, für ein Urteil bezüglich des Entwicklungspotentials der Weine ist es aber noch zu früh.

Die Bewertung der Jahrgänge sollten immer nur als Richtschnur gesehen werden, da erstens auch regional sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen herrschen können und zweitens die Qualität der Weine in nicht zu unterschätzender Weise vom Können der Winzer geprägt ist.

 

Toskana
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